Kath. Pfarrzentrum St. Marien Bad-Godesberg
 

Im Jahr 2010 erhielt das Architekturbüro Kröll/ Meckenheim von der katholischen Kirchengemeinde St. Marien & St. Servatius den Auftrag für die bauliche Qualifizierung des bestehenden Pfarrzentrums mit ehemaligem Jugendheim. Eine neue Gebäudeorganisation soll den zukünftigen Aufgaben eines veränderten Seelsorgebereiches gerecht werden , in Bad Godesberg eine neue moderne Präsenz der katholischen Kirche darstellen.

Städtebau – Erschließung
Auf dem ca. 6000 qm großen Grundstück der katholischen Kirchengemeinde wurden in verschiedenen Bauepochen die Kirche St. Marien (1860) , Pfarrzentrum, Pfarrhaus , Kindergarten , Priestergebäude und Bibliothek zwischen der Schwertberger Straße – Pfarrer Minartz Straße und Burgstraße erstellt.

Parkmöglichkeiten befinden sich mit Zufahrt über die Pfarrer Minartz auf der Ostseite des Grundstückes zwischen Kirche und Priestergebäude.

Die tatsächlich vielfältigen Möglichkeiten der Gebäudenutzungen auf dem Kirchengrundstück, teilweise durch Feldbrandstein-Sichtmauern abgegrenzt , erscheinen für Besucher aus dem Zentrum von Bad Godesberg / Pfarrer Minartz Straße nicht transparent .

Der bestehende Zugang des Kirchenzentrums von der Schwertberger Straße wird kaum genutzt – direkte fußläufige Anbindungen von der Kirche und dem Pfarrhaus zu dem Haupteingang des Pfarrzentrums gibt es nur von der Burgstraße über die durch Straßenverkehr stark frequentierte Schwertberger Straße (Entfernung von dem Pfarrhaus ca. 60 Meter, von dem Parkplatz ca. 150 Meter).

Aus dieser „Not“ der Entfernung öffnet die Kirchengemeinde gegenwärtig das Pfarrzentrum über eine kleine unscheinbare Blechtür . Der Besucher betritt das Pfarrzentrum über einen wenig repräsentativen Nebenraum, die bestehenden Saäle werden „Durchgangsraum“ zur Erreichung der anderen Nutzflächen im Objekt.

Kommunikation – Begegnung
Das Glasfoyer des Neubaus als Haupteingangsbereich mit offenem Cafe wird , auch durch die bewusste Weiterführung des Kirchenvorplatzes – zum zentralen Eingangsbereich und Begegnungspunkt .
Das Kirchenzentrum wird für Passanten in der Burgstraße und der Pfarrer Minartz Straße transparent und erschließbar in seinen vielfältigen Möglichkeiten einladend erlebbar.

Der bestehende , in der Bausubstanz schadhafte Kindergarten St. Marien wird zu einem neuen Standort verlagert und komplett abgerissen. Allen Besuchern steht der neu entstehende Gartenraum als Raum der Ruhe und der Kommunikation zur Verfügung , welcher sich durch eine extensive und farbenfrohe Stauden- und Gräserpflanzung auszeichnet.

Mit der energetischen Sanierung des Pfarrzentrums und ehemaligen Jugendheimes werden die bisher unterschiedlichen Fassadengestaltungen beider Objekte gestalterisch und farblich zu einem Zentrum vereinheitlicht .

Nutrimentum spiritus – geistige Nahrung
Ein „Bücherwürfel“ innerhalb des Foyers sowie die Bücherei in dem Obergeschoss laden zum Lesen und Verweilen ein .

Innere Erschließung
Über das zentrale Foyer als Anbau mit einem Cafe und gesondertem Bereich für Kinder ermöglicht die neue innere Erschließung dem Besucher den behindertengerechten Zugang zu dem Pfarrbüro, Besprechungsräumen, Säalen.
In den Obergeschossen befinden sich Büro- und Besprechungsräume, die Bücherei sowie eine Wohnung für pastorale Zwecke.

Im Untergeschoss werden für die unabhängige Nutzungen der Kegelbahn und des Jugendbereiches WC Anlagen erstellt. Der Jugendbereich lädt durch eine für Jugendliche gestaltete Freifläche auf der Westseite des Erdgeschosses ( Öffnung des Gartens zum Pfarrhaus ) zum Verweilen ein.