Umgestaltung der Kirche Sankt Bartholomäus in ein Kolumbarium
 

Katholische Kirchengemeinde Zu den heiligen Rochus, Dreikönigen und Bartholomäus

„Umgestaltung der Kirche Sankt Bartholomäus in ein Kolumbarium“ in Köln Ehrenfeld

Samariterin am Jakobsbrunnen :

„Ja, ich gehe immer wieder einmal hierhin, Johannes, nicht, um Wasser zu holen, sondern um mich zu erinnern. Weißt du, die Erinnerung an den, dem ich damals hier begegnet bin, ist für mich zu einer Quelle geworden, aus der ich immer wieder schöpfen kann“.

Erschließung - Denkmalschutz

Die Umgestaltung der Kirche zu einem Kolumbarium mit Verwaltungsräumen fordert repräsentative – gut auffindbare Zugänge – aber auch zeitgemäße Büroräume . Die Südfassade der Kirche eignet sich in dem Erdgeschoss besonders für Veränderungen . Dieser Bereich liegt an der Bewegungsachse zwischen Melatener Weg und Helmholtzplatz .

Hierzu wird das Mauerwerk unterhalb der großflächigen Glasfenster geöffnet und durch Verglasungen mit einem neuen Hauptzugang ersetzt. Alle anderen Fassaden der Kirche bleiben von äußeren baulichen Veränderungen unberührt.

Mit dem Abbruch der Betontreppe zur Galerie (Süd-West) wird ein Empfangs-Aufenthaltsraum an der besten Lage zu dem Kirchplatz geschaffen. Ein Aufgang zu der Galerie bleibt über die vorhandene Wendeltreppe weiterhin möglich.

Der „offene“ Eingangsbereich mit Cafebar ermöglicht dem Besucher den Aufenthalt in der Kirche – unmittelbar über die vorhandene Doppeltür Westfassade auch eine Außen-Aufenthaltsmöglichkeit auf dem Platz als Treffpunkt der Kommunikation , der Information – vor allem aber auch der Erinnerung.
Zeitgemäße Medien , ein Ipad als digitales Buch des Lebens ermöglichen das Blättern auf einer Computerseite - mit vielen Möglichkeiten der Erinnerung an die Verstorbenen. Die Computerseite wird nach den Wünschen der Hinterbliebenen durch die Kirchengemeinde individuell gestaltet.
Das Büro der Verwaltung ist unmittelbar dem Eingangsbereich zugeordnet, Kontaktaufnahme zu Besuchern – und eine Zugangskontrolle sind von hier aus leicht möglich. Für vertrauliche Gespräche steht ein gesonderter Besprechungsraum zur Verfügung.
Die verschiedenen Nutzungen des Erdgeschoss an der Südseite (Büro, Besprechung und Cafe) werden vollständig über eine zentrale Gas-Brennwertanlage beheizt. Umkleidemöglichkeiten für Bedienstete und Pfarrer stehen in dem 1. Obergeschoss – Zugang über die Wendeltreppe – zur Verfügung.

Kirchenraum

Der (Haupt) Kirchenraum wird in zwei Abschnitte geteilt und damit in zwei unterschiedliche Funktionen gegliedert .
Der sakrale Bereich bleibt für die Feier der Heiligen Messe in seiner Ursprungsform mit Altar und Beleuchtung erhalten. Um einen neuen Brunnen bilden verschiedene „Urnenwiesen“ den Garten der Erinnerungen als profanen Bereich (Kolumbarium) vor der verbleibenden Installation des Kreuzwegs .

Die Sakramentskapelle (Nord-Ost) bleibt ebenfalls erhalten und wird gegen den Kirchenraum mit einer Glastür abgetrennt . Sie dient als Raum des Gebetes und der Ruhe , und ist im Bedarfsfall beheizbar. Neben der Sakramentskapelle liegt offen zur der „Urnenwiese“ der Erinnerungsraum für alle Verstorbenen mit dem Buch des Lebens. Bequeme Sitzmöglichkeiten ermöglichen einen längeren Aufenthalt vor einer Wand mit kleinen farbigen Tafeln und Inschrift aller in der Kirche jemals beerdigten Menschen sowie einer Ablage für Blumen.

Urnen

PS 103,15
Des Menschen Tage sind wie Gras, er blüht wie die Blume des Feldes

Eine für diese Kirche gestaltete weiße Urne (weiße Urne als symbolische Blume - Darstellung des Lebens ) aus Aluminium mit einem Durchmesser von ca. 80 mm und einer Höhe von ca. 80 cm wird von dem zuständigen Krematorium befüllt und für den Beerdigungsgottesdienst zur Verfügung gestellt.
Auf dieser Urne wird ein in gleichem Durchmesser und Grundgestaltung entwickelter „Aufsatz“ verschraubt , mit Darstellung des Namens, Daten des / der Verstorbenen , ggfls. Bild – Texte – Farbgebungen nach vorgegebener Gestaltungswahl der Nutzer mit der Befestigungsmöglichkeit für eine kleine Blumenvase . Dieser Aufsatz wird in drei verschiedenen Höhen angeboten .
Die Urne wird im Rahmen eines Beerdigungsgottesdienstes vor dem Altar aufgebahrt und anschließend in einer 60 cm hohen „Hochbeetkonstruktion“ aus weißem Betonwandfassungen und Abdeckung aus Cortenplatten beigesetzt.

Der Ascheninhalt einer herkömmlichen Transporturne wurde auf dieses neue System umgerechnet, insgesamt stehen ca. 2050 Urnenplätze zur Verfügung.
Die wesentliche Zielsetzung des Entwurfes ist die Gleichbehandlung aller Verstorbenen. Alle Urnen mit den unterschiedlichen auf den Urnen leuchtenden bunten Kerzen stellen die Vielfalt in einem Ganzen dar.
Bei dieser Lösung gibt es kein „oben und unten“ oder „gute und schlechte“ Lage der Urnen, für alle Hinterbliebenen und Besucher besteht die Möglichkeit der unmittelbaren Betrachtung jeder einzelnen Urne .

Für die Bestattungszeremonie ermöglicht ergänzend ein großer Computerbildschirm Bildpräsentationen - korrespondierend je nach Wunsch der Hinterbliebenen mit dem zuvor erwähnten Ipad in dem Cafe-Eingangsbereich.
Eine Musikanlage von dem Besprechungsraum aus gesteuert steht für musikalische Raumbeschallungen zur Verfügung.

Das Wasser des inneren Brunnens führt über eine kleine Bodenrinne in einen äußeren vor der Kirche liegenden Brunnen. Innerhalb des äußeren Brunnens befindet sich eine zentrale Öffnung zum Einfüllen von Urnenasche - hier wird nach der Verweildauer der Urnen in der Kirche die Asche in einem ca. 25 cbm großen Aschegrab zur Erde gebracht.
Der Urnenfuß/Aschebehälter wird einem Recyclingsystem zugeführt, der Urnenaufsatz mit Insigne & Relief des Verstorbenen kann von den Hinterbliebenen als „Gedenkstele“ verwendet werden.

Außerhalb dieses Brunnens fassen zwei ca. 3 m hohe Halbschalen aus satiniertem Glas als symbolische Urne den Brunnen und symbolisieren so den besonderen Ort.

Technik

Das Untergeschoss wird für die Gebäudetechnik weiter genutzt. Ein Gas-Brennwertgerät versorgt energiesparend die Verwaltungsräume in dem Erdgeschoss , mit einer Vor-und Rücklaufleitung über die bestehenden alten Lüftungsschächte wird ergänzend für eine Minimaltemperierung der Sakramentskapelle gesorgt.
Eine Wasserzuleitung wird als isoliertes Nahtlosrohr durch die bestehenden Lüftungsschächte von dem Technikraum zu dem Brunnen geführt, womit aufwendige Stemmarbeiten vermieden werden.

Die bestehende Kirchenbeleuchtung bleibt erhalten und an der Deckenkonstruktion durch eine zurückhaltende individuell regelbare Allgemeinbeleuchtung mit energiesparenden T16 Leuchtmitteln ergänzt.
In Abhangdecken integrierte Downlightsysteme kombiniert mit Spiegelrasterleuchten garantieren in den administrativen Räumen des Erdgeschoss / Südseite optimale Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen.